
Niederschrift der Festschrift vom 100 Jährigen Jubileum :
Der einzige aktive Brandschutz, bei dem lederne Löscheimer das wichtigste Requisit waren und die klassische Eimerkette das einzige Mittel, einem Schadenfeuer beizukommen, endete Mitte des 19 Jahrhunderts. Am 4. Juni 1846 brach für den Feuerschutz in Pommersfelden die Neuzeit an. Der Gemeindeausschuss beschloss, zwei Handspritzen für je 15 Gulden in Nürnberg zu bestellen, eine nach Pommersfelden, die andere nach Limbach zu geben.
Zur Unterstellung der Löschgeräte muss es schon 1831 eine Halle gegeben haben. Am 17. März 1861 beschloss der Gemeindeausschuss die Anschaffung einer kleinen Spritze vom Maschinenbauer Heinz Bayreuth für 300 Gulden. Alle diese Spritzen waren nur Druckspritzen, das Löschwasser musste nach wie vor durch eine Eimerkette herangebracht werden, dann wurde es in den Pumpkasten geschüttet und durch ein oder zwei Schläuche auf den Brandherd gespritzt. Die neue Spritze hatte bald darauf ihre Bewährungsprobe zu bestehen. Am Sonntag, dem 13. September 1863, brach durch leichtsinnigen Umgang mit einer Tabakspfeife im Anwesen von Georg Huscher, heute Krug, ein Scheunenbrand aus, der auf zwei Scheunen des Wirts Johann Heinickel und die Scheune von Lorenz Seubert, heute Eger, übergriff und sie vernichtete. Von der Altenburg in Bamberg war die Rauchfahne zu beobachten. Der Brand muss für das untere Dorf eine schreckliche Gefahr gewesen sein, denn in der Pfarrchronik findet sich der Vermerk: "Hätte nicht der Herr dem Winde geboten und dem Feuer eine Grenze gesetzt, so hätte der größte Teil des Dorfes Brandstätte werden können". Die Feuerwehrmänner aus der Gemeinde und Steppach bekämpften mit größtem Mut und Einsatzbereitschaft das Feuer. Dem ledigen Friedrich Schnepf aus Steppach und den Zimmerleuten Michael und Andreas Randolph verbrannten mehrere Kleidungsstücke, welche die Gemeinde ersetzte. Die Löschmannschaft machte in der Gastwirtschaft Heinickel für Bier und Branntwein eine Zeche von 19 Gulden 12 Kreuzer, die gleichfalls aus der Gemeindekasse bezahlt wurde.
Wie es zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr kam, lässt sich leider nicht nachweisen, doch gibt eine statistische Zusammenstellung über das Feuerlöschwesen im königlichen Bezirksamt Höchstadt a. d. Aisch 1872 als Gründungsjahr an. Die Jahreszahl 1873 auf der ersten Feuerwehrfahne mag zur Ansicht geführt haben, dass die Freiwillige Feuerwehr Pommersfelden-Limbach in diesem Jahr gegründet wurde. Bekannt ist auch, dass sie anfangs unter der Leitung des Galeriekonservators Karl Wollenweber stand. Die Pommersfeldener Wehr genoss bei den Behörden einen guten Ruf. Beispielsweise wurde 1884 ein Gesuch um 50 Mark Unterstützung für die Anschaffung von Steigerrequisiten "bestens begutachtet, weil die Freiwillige Feuerwehr sehr tüchtig, die Gemeinde aber stark belastet ist".
Einen guten Einblick in den Stand des Feuerlöschwesens gibt die Zusammenstellung der statistischen Angaben im Bezirksamt Höchstadt vom 27. Mai 1887. Damals zählte die Freiwillige Feuerwehr sechzig Mitglieder, die Pflichtfeuerwehr dreizehn. Die Dienströcke aus halbwollenem Stoff waren von schwarz- grauer Farbe; fünfzig Lederhelme waren vorhanden. Die Ausrüstung der Steiger bestand aus Helm, Gurt mit Karabinerhaken, Leine, Pfeile, Laterne und Handbeil. Spritzmeister und Ordnungsmannschaften trugen nur Helm und Gurt. Bei der Pflichtfeuerwehr hatten Spritzmeister weiße, die Ordnungsmänner rote Armbinden. An Löschgeräten waren vorhanden: Zwei Abprotzbahre zweirädrige Druckspritzen ohne Saugwerk, 84 Feuereimer von Leder (einschließlich Schloss), eine Anstelleiter mit Stützschrauben, eine ohne, sechs ein-holmige Hakenleitern, sechs Steigerlaternen, eine Branddirektionsfahne, ein Sanitätskasten, zwei Trompeten, eine Hupe, sieben Pfeifen. Feueralarm wurde durch Trompetensignal und Trommelwirbel gegeben. Zur Löschwasserversorgung gab es im Ort achtzehn Brunnen, vier Feuerweiher und die Ebrach. Damals hatten 33 Gemeinden im Bezirksamt eine Freiwillige Feuerwehr, 31 nicht.
Am 16. September 1900 gegen fünf Uhr nachmittags entstand im Anwesen des Gastwirts Hofmann ein Brand, der die Scheune und Holzlege sowie die Scheune des Nachbarn Johann Seubert in Asche legte. Die Rauchsäule wurde auf der Altenburg beobachtet.
Beide Schadenfeuer hatten die Notwendigkeit zur Anschaffung einer großen, mit Saugapparat versehenen Löschmaschine überdeutlich gemacht, wie sie der Gemeindeausschluss bereits drei Wochen vorher beschlossen hatte. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, bei der Braun´schen Maschinenfabrik in Nürnberg den Ankauf einer Löschmaschine für 1500 Mark zu betätigen. Da in der Gemeindekasse wie üblich Ebbe war, musste man vom Ökonomen Andreas Hahn ein Darlehen über diese Summe aufnehmen, das mit vier Prozent zu verzinsen und in jährlichen Raten von 200 Mark zu tilgen war. Die Rückzahlung wurde durch mehrere Zuschüsse der Regierung von Oberfranken erleichtert, wobei das kgl. Bezirksamt Höchstadt die "Von der Gemeinde Pommersfelden bewiesene große Opferwilligkeit für Feuerlöschzwecke" hervorhob. Diese Spritze mit dem Baujahr 1900 bekommt im neuen Gerätehaus einen Ehrenplatz. 1906 wurde die Anschaffung einer neuen Spritze für Limbach beschlossen, deren Kosten sich auf 1200 Mark beliefen. Auch diesmal musste zur Bezahlung ein Darlehen aufgenommen werden. Man nahm es vom inzwischen gegründeten Spar- und Darlehenskassenverein und zahlte es in sechs Raten zu je 200 Mark zurück. Eine solche Finanzlage der Gemeinde wirft ein bezeichnendes Licht auf die "Gute, alte Zeit". Mit der Anschaffung einer Schiebeleiter wurde das Feuerlöschgerät auf den neuesten stand gebracht und erfüllte seinen Zweck bis in die dreißiger Jahre.
Neuen Auftrieb bekam die Wehr durch die Anschaffung einer Motorspritze TS 8/8 der Firma Albert Ziegler, Gingen, im Jahre 1935. Dazu wurden 450 Meter B-Leitung und 250 Meter C-Leitung gekauft. 33 aktive Wehrmänner versahen mit dem neuen Gerät ihren Dienst.
Für das größte Gebäude der Gemeinde, das Schloss Weißenstein, bestand von Anfang an ein eigener Feuerschutz. Auf dem Dachboden wurden vier kupferne Kessel mit einem Fassungsvermögen von je sechs Hektoliter eingebaut, in denen Regenwasser als Löschwasservorrat gesammelt wurde. Sie mussten stets gefüllt sein. Zwei sind heute noch oben. Außerdem speist die Brunnenstube mehrere Hydranten und als weitere Löschwasserquelle dient der Parkweiher. Die Feuerlöschgeräte wurden alljährlich vom Domänenamt sorgfältig überprüft und darüber ein Bericht an die Kanzlei nach Wiesentheid geschickt. 1862 waren eine große Feuerwehrleiter und zwei Feuerhaken vorhanden, drei tragbare Spritzen, die erwähnten Wasserkessel und 66 lederne Feuereimer. 1871 lieferte die bayrische Hypotheken- und Wechselbank anlässlich der Erneuerung der Versicherung der Gemäldesammlung unentgeltlich eine Feuerspritze mit einem Druckwerk von Eisen, Ventil und Spritzrinne von Messing. Da die übrigen Spritzen allmählich Alterserscheinungen zeigten, wurde 1911 von der Glockengießerei und Pumpenfabrik Lotter in Bamberg eine zweirädrige Saug- und Druckspritze mit 60 Meter Druckschläuchen, zwei Strahlrohren und vier Mundstücken gekauft. Die drei alten wurden als Altmetall dagegen gegeben, so dass die Anschaffung nur auf 900 Mark kam. Eine Prüfung der neuen Spritze am 14. März 1912 ergab, dass unter Benutzung einer zwölf Meter hohen Leiter das obere Dach des Mittelbaues des Schlosses noch mit Wasser beworfen wurde. Eine Schiebeleiter von 17 Meter Länge und zwei Dachleitern vervollständigten die Ausrüstung. Dazu war noch ein Rettungsschlauch vorhanden, mit dem Personen aus dem ersten Stock, nach einer Verlängerung im Jahre 1934 auch aus dem zweiten Stock in Sicherheit gebracht werden konnten.
Mit den Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg entstand für Schloss Weißenstein eine erhöhte Gefahr. Deshalb rückten 1943 zwölf Männer im vorgeschrittenem Alter an, zumeist Handwerker aus der weiteren Umgebung, und bezogen als "Feuerschutzpolizei" Quartier. Unter Anleitung des Maurermeisters Georg Sapper legten sie in mühsamer Handarbeit im Park neben dem Schloss einen Feuerlöschteich an, der 88 000 Mark kostete. Eine Würzburger Firma imprägnierte das Gebälk des Daches, um es Feuersicher zu machen. Zum Glück gab es im Schloss nie einen ernsthaften Brand. Bei der Umdeckung des Daches nach dem Krieg stellte man Brandspuren an einigen Balken fest, die womöglich von preußischen Soldaten im siebenjährigen Krieg verursacht wurden. Zum weiteren Feuerschutz wurde dem Schloss noch eine
Nach dem völligen Zusammenbruch im Frühjahr 1945 war die Freiwillige Feuerwehr, wie alle Vereine, zunächst verboten, musste aber bald neu organisiert werden. Auf Vorschlag des Altkommandanten Hans Sapper wurde Georg Drescher als neuer Kommandant eingesetzt, der in dieser turbulenten Zeit auch die übrigen Posten der Vorstandschaft zu versehen hatte. Mit der alten Ziegler TS 8/8 wurde etwa alle sechs Wochen geübt. Zur Entnahme des Wassers dienten, wie in alten Zeiten, die Reiche Ebrach und ab und zu der Parkweiher.
Ab 1.Januar 1960 wurde die Freiwillige Feuerwehr wieder in einen Verein umgewandelt, bei dem alle feuerwehrpflichtigen Männer der Gemeinde von 18 bis 45 Jahren als Mitglieder galten. Der Vereinsbeitrag wurde auf bescheidene 3,- DM festgesetzt und ist heute zu 3,- € umgewandelt worden.
Folgende neue Führung wurde in der Generalversammlung am 16.Februar 1960 gewählt:
1. Vorsitzender Hans Eibert
2. Vorsitzender Kreisbrandmeister Hans Schönlein
Kassierer Georg Gumbrecht
Schriftführer Otto Weber
Ausschussmitglieder Christoph Burkard und Baptist Denzler
Kommandant wurde Georg Haßler.
Die Ausrüstung wurde in der Nachkriegszeit zunächst nur geringfügig verbessert, etwa durch die Anschaffung von 19 Stahlhelmen mit Nackenleder. Die überlebenden Uniformen im militärischen Schnitt wurden durch praktische Kombi-Anzüge ersetzt. Bei den Übungen und Einsätzen leistete die alte Motorspritze, Baujahr 1934 , noch gute Dienste, aber ihr betagtes Alter ließ immer mehr den Wunsch nach einem neuen Gerät aufkommen. Unangenehm machte sich auch das Fehlen eines Gerätehauses bemerkbar. Bei der Erweiterung der Milchsammelstelle nach dem Krieg wurde das alte Spritzenhaus neben dem Rathaus gebraucht und die Geräte fristeten fortan ein dürftiges Dasein als "Untermieter" in Schuppen und Garagen. 1967 wies der Ehrenkommandant darauf hin, dass das Leistungsabzeichen auf der überalterten Spritze nicht abgelegt werden kann. Merkwürdigerweise lehnte aber die Generalversammlung vom 1. März 1969 mit einer, wenn auch geringen, Mehrheit die Anschaffung eines Feuerwehrautos ab.
Den entscheidenden Anstoß für die Erneuerung des Löschgerätes gab Kreisbrandinspektor Jakob Schell in seinem Bericht vom 21. Februar 1969, in dem es heißt, dass der zustand der vorhandenen TS 8/8 äußerst schlecht sei. Um den Feuerschutz sicherzustellen, müsse die Feuerwehr große Anschaffungen machen. Auch das Fehlen eines Gerätehauses wurde gerügt. Wie der Ehrenkommandant, verwies der Kreisbrandinspektor darauf, dass mit dem alten Gerät keine Leistungsprüfungen abgelegt werden können. Er beriet den Gemeinderat über das anzuschaffende Gerät, und am 17. Juni 1969 wurde beschlossen, eine Motorspritze TS 8/8 von der Firma Paul Ludwig in Bayreuth zu bestellen, die von den zwei angeschriebenen Firmen das günstigste Angebot abgegeben hatte. Sie wird von einem VW-Industriemotor mit 34 PS angetrieben, die Pumpe fördert 800 Liter pro Minute. Der Listenpreis samt Zubehör betrug 10 632 DM. Da seit dem Kriegsende der Feuerschutz für das Schloss im Wesentlichen von der Freiwilligen Feuerwehr getragen wird, gab das Gräflich von Schönborn`sche Domänenamt einen Zuschuss von 4000,- DM.
Mit der neuen Motorspritze war ein neuer Anfang gesetzt. Doch bemängelte ein Prüfbericht des bayerischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz das Fehlen eines geeigneten Transportmittels. Seine Beschaffung zog sich längere zeit hin. Schließlich nutzte man ein günstiges Angebot der Firma Ludwig Beck, Pommersfelden, aus, die einen TÜV- geprüften Kombiwagen Ford-Transit samt der feuerwehrtechnischen Einrichtung, Blaulicht und Martinshorn für weniger als 6000 DM lieferte. Am 30. Januar 1972 wurde er unter Anwesenheit von Kreisbrandinspektor Schell der Feuerwehr übergeben. Damit waren die Grundlagen für eine bessere Ausbildung und vermehret Dienstbereitschaft des Nachwuchses geschaffen.
Auch bei der Lösung der zweiten brennenden Frage, der Erstellung eines neuen Gerätehauses, nahm der Gemeinderat in Angriff. Die ursprüngliche Absicht in den sechziger Jahren, am westlichen Ortsausgang von Pommersfelden gegenüber der Parkmauer ein Gerätehaus mit Schlauchtrockenturm zu errichten, konnte wegen eines Einspruches des Landesamtes für Denkmalspflege nicht verwirklicht werden. Zum Bauplatz wurde das Grundstück des einstigen Armenhauses gewählt, auf dem ein genossenschaftliches Kühlhaus steht. Berücksichtigt man das neue Siedlungsgebiet im Osten, so liegt der neue Platz etwa in mitten des Dorfes und damit zentraler als der Platz gegenüber der Parkmauer. Der erste Entwurf sah einen Anbau an das erwähnte Kühlhaus vor und wäre auf 45.000 DM gekommen. Da Pommersfelden durch die Gebietsreform an den Rand des Regierungsbezirks Oberfranken gerückt ist und in der Nähe die Autobahn liegt, bestand die Regierung in Bayreuth darauf, dass nicht bloß die Motorspritze der Feuerwehr, sondern auch ein größeres Löschfahrzeug untergebracht werden kann. Gleichzeitig mit dem Gerätehaus stellte sich die Frage nach einem Löschteich für das untere Dorf. Kreisbrandrat Martin Hümmer, Schönbrunn, und Amtsrat Schöf vom Landratsamt Bamberg schlugen gleich in dieser Sitzung ein Becken im Gerätehaus vor, womit der Gemeinderat sogleich einverstanden war. So wurde als endgültiger Plan ein großzugiges Gerätehaus am 15. Februar 1973 vom Gemeinderat genehmigt. Um das stattliche Gebäude auf dem Grundstück von 665 qm unterzubringen, wurde das Kühlhaus einbezogen und überdacht, was auch die Mitglieder der Gefriergenossenschaft verlangt hatten. Das Gebäude hat einen fast quadratischen Grundriss von 15,5 m Seitenlänge. Zur Straßenseite öffnen sich zwei große Tore in den Fahrzeugstandraum. Dahinter liegt der Pflegeraum mit einer Schlauchwaschrinne und einem Schlauchspannbock, wodurch sich ein Trockenturm erübrigt. Dieser Raum ist unterkellert und nimmt ein Löschwasserbecken mit 95 Kubikmeter Inhalt auf. Für seine Füllung wurde eigens ein Brunnen gebohrt, der dazugehörige Druckkessel fasst 500 Liter. Die ziemlich flachen Dachseiten zeigen zur Strasse und zum Park, die Giebelseiten zu den Nachbarn. die Höhe vom Straßenniveau bis zum First misst 6,60 Meter. Rund 185 Quadratmeter beträgt die bebaute Fläche, die Nutzfläche 162 qm, der umbaute Raum 1052 Kubikmeter. Die Gesamtkosten kommen auf etwa 100.000 DM. Von der Regierung ist ein Zuschuss von fast 24 000 DM zugesagt, vom Landkreis Bamberg 20.000 DM.